GFK Modellierung von Fittings KRV Regelwerk

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koyotede
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GFK Modellierung von Fittings KRV Regelwerk

Beitrag von koyotede »

Im Stresshandbuch schreiben sie, dass für Bogen und T-Stücke nur Bauteile mit 100% Ausnutzung benutzt werden sollen. Wie ist das gemeint?

Ich habe nun ein Typ-B Rohr nach DIN 16965-2: PN16 DN65 d2xs3 = 75 x 1,9. Stellt man die in der Norm angegebene Formel s3 = d2 * p / (20 * sigma - p) nach p um, kommt man auf eine Innendrucktragfähigkeit von ca 30 bar. Für PN16 ist das Rohr also überdimensioniert.

Müsste ich jetzt ein Fitting in PN30 bestellen? Das wären dann 100% Ausnutzung gegenüber dem Rohr. Ich weiß nicht, ob man so etwas bekommt. Oder bezieht sich die Aussage auf die Druckstufe und hier reicht ein PN16 Fitting für ein PN16 Rohr aus.

Zweites Problem: Das Fitting gibt es nach DIN 16867 in DN65 nur bis PN10. Wie kann ich das in Rohr2 berücksichtigen? Denn für PN10 gibt es nach Norm auch kein Grundrohr, mit dessen Wanddicke man modellieren könnte.

Nach der in der Norm angegebenen Formel würde sich für PN10 = 10 bar eine erforderliche Wanddicke s3 = 75*10/(60*20-10) = 0,63 mm ergeben.

Müsste man das Fitting mit dieser Wanddicke abbilden bzw. die Toleranzabzüge so eingeben, dass für denn Spannungsnachweis nur 0,63 mm als tragend angesehen werden?

Warum gibt es im KRV-Regelwerk zum Thema Spannungserhöhung an Fittings nichts?
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rohr2admin
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Re: GFK Modellierung von Fittings KRV Regelwerk

Beitrag von rohr2admin »

Guten Tag,

Werden "normale" Formstücke mit vermindertem Ausnutzungsgrad verwendet, so stellen diese eine Verschwächung gegen Innnenduck gegenüber einem geraden Rohrabschschnitt dar. Formstücke mit vollem Ausnutzungsgrad vertragen dagegen denselben Innendruck, wie ein Rohrstück mit gleicher Anschlusswanddicke, sie sind also im Ausschnitssbereich verstärkt um dies zu erreichen.
Die Berechnungsnorm KRV geht davon aus, dass solche Formstücke verwendet werden, üblicherweise sollte dies bei Verwendung der DIN Abmessungen der Fall sein. Sie können ja einmal die Wanddicken der T-Stücke im Ausschnitssbereich mit einem Rohr gleicher Nenndruckstufe und Nenndurchmesser vergleichen, sie sollten dicker sein. Berechnet wird dann immer mit der Rohranschlusswand, falls es hierfür keine Grundabmessung für das Rohr gibt, sollte die reduzierte Anschlusswand des Fittings zur Modellierung verwendet werden.

Wir empfehlen für die Berechnung von GFK Rohrleitungen die aktelle Berechnungsnorm ISO 14692, diese ist das deutlich modernere Regelwerk. Hiermit können die tatsächlichen Wanddicken und auch I-Faktoren an Bögen und T-Stücken berücksichtigt werden.

MfG
ROHR2support
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